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Kaufberatung Audi A3 Sportback: Was kann der Audi A3?

Drei- und Fünftürer, Limousine und Cabrio: Nach eineinhalb Jahren ist das Modellprogramm des Audi A3 vorerst vollständig. Wir stellen den Sportback näher vor und sagen, worauf es ankommt.

Eine variable Plattform wie der sogenannte modulare Querbaukasten des VW-Konzerns scheint eine prima Sache. Zumindest für den Hersteller. Der kann ganz verschiedene Modelle mit unterschiedlichen Radständen, Spurbreiten und Aufbauten auf der gleichen Basis bauen – das spart jede Menge Kosten. VW Golf, Seat Leon oder Skoda Octavia: Sie alle nutzen die 2012 eingeführte flexible Fahrzeugarchitektur. Und natürlich der Audi A3, der als Erster auf die neue Plattform gestellt wurde.

Alle vier sind zwar mehr oder weniger ähnliche Autos der Kompaktklasse, doch der A3 als Vertreter der Premiummarke Audi stellt die Speerspitze des konzerneigenen Viergespanns. Seit Frühjahr 2013 ist die dritte Generation des A3 auf dem Markt. Sie ist einen Tick größer und geräumiger als der Vorgänger, vor allem aber schließt sie technologisch ans Niveau der größeren Audi-Modelle an.

So führte Audi im A3 beispielsweise den ersten Spurhalteassistenten mit Lenkeingriff in der Kompaktklasse ein. Auch das Touchpad des MMI-Bediensystems kannte man bis dato nur von den größeren ­Audi. Dazu gesellen sich jede Menge Fahrassistenzsysteme, vom adaptiven Radartempomaten bis zu LED-Scheinwerfern. Außerdem gibt es etliche Möglichkeiten, das Auto im Innenraum optisch dem eigenen Geschmack anzupassen. Dekorblenden in 3D-Optik, durchscheinende Instrumente und LED-Lämpchen an allen Ecken und Enden geben dem aufgeräumten Innenraum die allen Audi-Modellen eigene kühle, fast schon klinische Anmutung.

Dass alle diese Nettigkeiten extra kosten, ist selbstverständlich. Wer sie sich verkneift, spart am falschen Ende: Der Anblick eines nackten Basismodells wirkt ziemlich ernüchternd.
43 Seiten dick ist die Preisliste des A3. Die Basisversion Attraction hat zumindest das Nötigste an Bord: elektrische Fensterheber, Klimaanlage, ein einfaches Radio, viel mehr Komfort darf der Fahrer nicht erwarten. Dafür kommen alle Modelle mit umfangreichem Sicherheitspaket samt sieben Airbags und Multikollisionsbremse.

Selbst mit einem kleinen Motor kann man ohne Mühe auf mehr als 30.000 Euro kommen
Die Ausstattungsvarianten Ambition und Ambiente kosten je 1.600 Euro Aufpreis und geben dem Kompaktwagen eine sportlichere beziehungsweise komfortablere Note (siehe Ausstattung Seite 51). Wer fleißig Kreuzchen setzt, treibt den Preis selbst mit einem kleineren Motor schnell über 30.000 Euro. Zum einen wecken die überdurchschnittlich vielen Extras Begehrlichkeiten, zum anderen sind sie happig kalkuliert. Für eine Klimaautomatik beispielsweise verlangt VW im Golf 310 Euro. Audi dagegen kassiert dafür 462 Euro. So geht es munter weiter: Metalliclackierung oder elektrische Sitzverstellung kosten rund 25 Prozent, Tempomat gut 20 Prozent mehr als im Golf. Natürlich ist der Audi auch im Grundpreis deutlich teurer als der VW. Für einen dreitürigen A3 mit dem 105 PS starken 1.6 TDI muss der Flottenchef 20.840 Euro auf den Tisch legen. Im entsprechenden Golf dagegen macht er seine Belegschaft schon für 17.626 Euro mobil.

Der Sportback ist die bessere Wahl: Er ist länger als der Dreitürer und bietet den hinten Sitzenden mehr Beinfreiheit

Der Aufstieg ins Premiumsegment will eben bezahlt sein und so rückt erst der Vergleich mit 1er BMW, Mercedes A-Klasse oder auch Volvo V40 die Audi-Preise wieder ins rechte Licht. BMW und Mercedes kosten nämlich noch mehr, der generell fünftürige und besser ausgestattete Volvo ein paar Hunderter weniger. Wer sich aber zum Kauf des A3 durchringt, bekommt ein top verarbeitetes, optisch wenig aufdringliches, jedoch kaum größeres Auto als bei der Konkurrenz. Der Dreitürer streckt sich auf 4,24 Meter mit einem 365 Liter großen Kofferraum. Eine Nuance länger fällt der heckgetriebene 1er BMW aus, allerdings ohne einen Raumvorteil für die Passagiere daraus zu ziehen, und die A-Klasse ist spürbar enger geschnitten.

Nicht nur wegen des mühsamen Einstiegs auf die hinteren Plätze im Dreitürer ist der Sportback die bessere Wahl. Er bietet zwei Türen für die Fondpassagiere und ist zudem sieben Zentimeter länger als das Basismodell. Da er außerdem einen fast vier Zentimeter längeren Radstand hat – der modulare Querbaukasten lässt grüßen – sitzen die hinteren Passagiere weniger beengt als im Standardmodell. Nebenbei ist der Kofferraum 55 Liter größer, packt also ­locker eine Sporttasche mehr. Nicht zuletzt wegen des besseren Wiederverkaufswerts sind die 756 Euro Aufpreis für den Sportback also gut angelegt.

Der Sportback ist zwar geräumig, aber kein Kombi
Trotz der etwas gestreckten Form muss dem Firmenwagenfahrer allerdings klar sein: Einen Kombi hat er mit dem Sportback nicht bestellt. Klar, der Ladeboden lässt sich in zwei Stellungen justieren, und wenn die geteilte Rücklehne umgelegt wird, ergibt das eine fast ebene Ladefläche. Doch das war’s dann auch. Trenngitter oder -netz, um die Passagiere vor herumfliegendem Gepäck zu sichern? Gibt es nicht, ebenso wenig wie ein Ladungssicherungssystem mit Stangen. Ein in diesen Dingen penibler Fuhrparkleiter findet im Kofferraum lediglich die obligatorischen vier Zurrösen und ein Spannnetz für den Boden.

Der A3 ist eher Fahrer- denn Transportauto und konzentriert seine Vorzüge auf den vorderen Teil der Kabine. Gibt das Firmenbudget beispielsweise 2.700 Euro für die onlinebasierte MMI-Navigation her, so nutzt der Fahrer eines der besten Systeme überhaupt. Auf dem Sieben-Zoll-Bildschirm feuert Audi ein buntes Multimedia-Feuerwerk ab. Bedienen lässt sich das Ganze über den zentralen Dreh-Drückschalter in der Mittelkonsole. Darauf kann der Fahrer mit dem Finger Buchstaben kritzeln, um Telefonkontakte zu finden oder Naviziele einzugeben. Der Monitor des MMI thront zwar ein wenig wie ein Fremdkörper oben im Armaturenbrett. Wird er aber nicht benötigt, so genügt ein Druck auf die rechte Taste der dezent darunter platzierten Schalterleiste und der Bildschirm surrt ins Cockpit.

Über Audi Connect kann der Fahrer auf dem Weg zum Flughafen prüfen, ob sein Flieger rechtzeitig startet, er kann unterwegs die billigste Tankstelle suchen, sich die Börsen-News und E-Mails vorlesen lassen oder SMS diktieren. Auf Wunsch nutzt der A3 sogar den neuen LTE-Standard, der Internetzugriffe auf bis zu 100 MBit/s beschleunigt. Besonders praktisch ist das für die Mitfahrer, die über den fahrzeugeigenen WLAN-Hotspot gerne schnell im Internet unterwegs sind.

Vorbildlich ist auch die Bluetooth-Anbindung von Smartphones über die 521 Euro teure Phone Box. Sie versetzt das Handy in den Ruhezustand und koppelt das Telefon an die Fahrzeugantenne, was die Verbindungsqualität steigert und die Strahlenbelastung im Innenraum senkt.

Motorenseitig bietet der frontgetriebene A3 das komplette konzerneigene VierZylinder-Programm mit einem Spektrum von 105 bis 184 PS bei den Dieseln und 105 bis 300 PS bei den Benzinern. Alle Motoren sind auch mit Doppelkupplungsgetriebe erhältlich. Wie so oft liegt das Beste in der Mitte, was speziell für die Diesel gilt. Der 1.6 TDI beispielsweise ist ein angenehmer Begleiter, wenn das Auto erst einmal in Fahrt ist. Seine Anfahrschwäche verlangt aber beim Ampelstart einen gefühlvollen Gasfuß. Dank des lang übersetzten sechsten Gangs kommt man im Alltag mit knapp unter sechs Liter Diesel aus, bei freier Fahrt auf der Autobahn ist es auch mal ein Liter mehr.

Trotzdem: Größere Dynamikschübe darf man vom 105-PS-Diesel nicht erwarten. Die bietet erst der 150 PS starke 2.0 TDI, mit dem der A3 souveräner motorisiert ist und der besser zum sportlichen Anspruch des Autos passt. Außerdem ist der 150-PS-Diesel für 1.638 Euro Aufpreis mit Allradantrieb zu haben.

Geht es aber in erster Linie um den Verbrauch, so bietet Audi mit dem 1.6 TDI Ultra ein kompromisslos aufs Spritsparen getrimmtes Modell. Der Knauser-A3 kommt bei 3,3 Liter Verbrauch auf 88 g CO2. Unter den Benzinern empfiehlt sich der 140 PS starke 1.4 TFSI. Er bietet einen guten Kompromiss aus Dynamik und Verbrauch, den er dank Zylinderabschaltung im Teillastbereich auf 4,8 Liter drückt.

Gutes Raumangebot, vernünftig dimensionierter Kofferraum, einfache Bedienung, agiles und neutrales Fahrwerk, präzise und leichtgängige Schaltung, sparsamer Motor (1.6 TDI), komfortable Sitze, sehr gute Sicherheitsausstattung, breites Angebot an Sonderausstattung, hervorragende Verarbeitung, relativ geringer Wertverlust.

- Motor mit ausgeprägter Anfahrschwäche (1.6 TDI), teuer, magere Basisausstattung, nur 2 Jahre Garantie.

Die Varianten des Audi A3

Als Firmenwagen hat der dreitürige A3 wenig Bedeutung. Fast alle Flotten legen 756  Euro drauf und bestellen den acht Zentimeter längeren, fünftürigen Sportback. Als sportlich elegante Alternative hat Audi eine Limousine mit einem 425 Liter großen Kofferraum im Programm. Der A3 mit Stufenheck ist 24  Zentimeter kürzer und rund 3.350 Euro billiger als der Audi A4 und bietet sich so als Alternative für Fahrer an, die oft allein unterwegs sind und nicht das größere Raumangebot des A4 benötigen. Im Frühjahr 2014 kommt das im Vergleich zum Vorgänger deutlich gewachsene Cabriolet. Auch der Kofferraum unter dem Kasten des Stoffverdecks ist etwas größer geworden und fasst jetzt 287 Liter. Das Cabrio startet in vier Motorisierungen (140 bis 300 PS).

Obwohl sich die Firmenkunden beim A3 auf die Diesel konzentrieren, bietet ihnen ­Audi mit dem Sportback g-tron nun eine interessante Alternative. Der 110 PS starke A3 fährt mit Erdgas, seine Tanks sind platzsparend unter dem Fahrzeugboden verbaut und erlauben eine Reichweite von rund 400 Kilometern im CNG-Betrieb. Der Käufer kann zum Auto gleich eine Tankkarte mitbestellen. Sie garantiert, dass Audi über die firmen­eigene Windgasanlage die gleiche Menge nachhaltig produziertes Methan ins deutsche Erdgasnetz einspeist. So fährt der g-tron-Käufer klimaneutral. Das CO2, das im Fahrbetrieb entsteht, wurde vorher durch die Windgas-herstellung gebunden.

Ebenfalls im Frühjahr 2014 bringt Audi seinen ersten Plug-in-Hybriden. Der A3 Sportback e-tron kombiniert einen 1,4-Liter-Turbobenziner mit einem 102 PS starken E-Motor zu einem Hybridantrieb mit 204 PS Gesamtleistung und soll rund 50 Kilometer im E-Modus schaffen. Seine 8,8-kWh-Batterie soll sich an einer 16-Ampere-Steckdose in 2,5 Stunden aufladen lassen. Preis des e-tron: 31.092 Euro.

Autor

Foto

Hardy Mutschler

Datum

25. November 2013
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