E-Autos und Plug-in-Hybride

Bonus fürs Laden

Sparen beim Laden 2021 Foto: n

Mit Bonusprogrammen wollen Hersteller die Fahrer von Plug-in-Hybriden und Elektroautos zum Laden und sparsamen Fahren motivieren.

Seien wir ehrlich: Es sind meist schnöde monetäre Gründe, warum Dienstwagenberechtigte so gerne auf Plug-in-Hybride (PHEV) umsteigen. Die halbierte Dienstwagensteuer für die Privatnutzung zieht eben. Aber wir unterstellen trotzdem einfach: Sie wollen tatsächlich einen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Das klappt, wie wir wissen, nur dann, wenn das Auto regelmäßig an die Steckdose kommt.

Da der Mensch per se aber ein bequemes Wesen ist, verzichten viele darauf, abends das Kabel einzustecken. Da das nicht zielführend ist, werden die Rufe lauter, PHEV aus der staatlichen Förderung zu nehmen. Das wiederum kann nicht im Interesse der Automobilindustrie sein. Schließlich trägt jedes verkaufte Steckdosenauto dazu bei, die Flottenemissionen der Hersteller zu senken.

BMW hat deshalb reagiert und das Prämienprogramm BMW Points aufgelegt für die PHEV-Modelle von 3er, 5er, 7er sowie X5. Für jeden elektrisch zurückgelegten Kilometer wird dem Fahrer ein Punkt gutgeschrieben. Stromert er in den von BMW als E-Drive-Zonen definierten Bereichen, kassiert er sogar die doppelte Punktzahl. Alle Points werden während der Fahrt automatisch auf seinem Kundenkonto in der My-BMW-App gesammelt.

BMW verschenkt Strom als Belohnung

Momentan können die BMW-Fahrer mit ihrem Guthaben lediglich kostenlos an öffentlichen Stationen laden. Mehr nicht. Ein umfangreiches Bonusprogramm wie "Miles and More" der Lufthansa, mit einem ganzen Katalog voller Prämien, ist das BMW-Programm also nicht. Ob kostenloser Strom die Fahrer von Dienstwagen aber tatsächlich zum Laden animiert, ist fraglich. Schließlich haben sie in der Regel Ladekarten, und den Strom zahlt das Unternehmen.

Ladesäulen in Städten In Kommunen oft Monopole

Die Möglichkeiten zum Einlösen sollen allerdings erweitert werden, heißt es bei BMW. Zumal schon etwa die Hälfte aller Kunden, die in ihrem Auto E-Drive-Zonen und BMW-Points nutzen können, aktiv sammeln.

Und was machen die Wettbewerber? "Eine One-fits-all-Lösung für Bonusprogramme sehen wir nicht als zielführend", sagt Martin Schou, Sprecher von Daimler Mobility. Stattdessen wolle die Flottenmanagementtochter Athlon auf die individuellen Bedürfnisse von Firmenkunden und deren Fahrern eingehen. Gemeinsam mit dem Kunden entwickeln die Mobilitätsexperten individuelle, auf das Unternehmen, dessen Fuhrpark und die Mitarbeiter abgestimmte Bonussysteme und verankern diese in der Car-Policy.

Auch bei Volkswagen Financial Services existieren keine Bonusprogramme. "Aktuell haben wir auch nichts geplant", sagt Sprecher Malte Krause. Er verweist auf ein anderes lenkendes Instrument: die Dienstwagenregelung oder den Nutzungsüberlassungsvertrag. "Damit haben Fuhrparkmanager ein Instrument in der Hand, Fahrer für die korrekte Nutzung von PHEV zu sensibilisieren." Das Ganze sei ja nicht nur eine Umwelt-, sondern auch eine Kostenfrage. Denn Fakt ist: Wird der PHEV nicht geladen, läuft der Benziner. Und damit sind Vielfahrer längst nicht so sparsam unterwegs wie im Diesel. Besonders bei den beliebten SUV laufen dann die Spritkosten schnell aus dem Ruder.

Fiat legt eine eigene Kryptowährung auf

Das sieht man auch bei Fiat so, wo eben erst das Bonusprogramm "Kiri" aufgelegt wurde. Hier stehen jedoch zuerst die Fahrer des neuen elektrischen Fiat 500 im Fokus. »Dessen Infotainmentsystem analysiert das Fahrverhalten«, erklärt E-Mobility-Programm-Manager Gabriele Catacchio. "Dazu werden die Daten jeder Fahrt, darunter Distanz und Geschwindigkeit, in die Cloud hochgeladen und mit einem Algorithmus automatisch in die neue Kryptowährung Kiri-Coins umgewandelt. Das in der App angezeigte Guthaben kann auf einem digitalen Marktplatz für Produkte und Dienstleistungen eingesetzt werden." Fiat arbeitet dabei mit dem britischen Start-up-Unternehmen Kiri Technologies zusammen.

Konkret entspricht ein Kilometer Stadtfahrt etwa einem Kiri-Coin, der wiederum zwei Cent wert ist. Bei einer Fahrleistung von beispielsweise 10.000 Kilometern pro Jahr in der Stadt wird im Durchschnitt ein Gegenwert von rund 150 Euro gesammelt. Für besonders umweltfreundliche Fahrer gibt es weitere Goodies. Fahrer, die den höchsten Eco-Score erreichen, können ihre Prämie aus dem Angebot von Partnern wie Amazon, Apple, Netflix, Spotify und Zalando wählen. Das Projekt soll Pilotcharakter für die anderen Stellantis-Marken haben und auch auf die Steckdosen-Verbrenner angewendet werden. "Auf Basis des Kiri-Programms entwickeln wir etwas Vergleichbares für die PHEV von Jeep", verrät Markus Hauf, Pressesprecher der Marke.

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So bleiben BMW und Fiat Vorreiter, während andere Hersteller noch warten. Weder Porsche noch Audi oder Volvo haben derzeit Bonusprogramme in der Schublade. Volvo beendete sogar schon wieder die im letzten Jahr durchgeführte Aktion "Wir zahlen Ihren Strom". Die Schweden erstatteten Käufern eines neuen PHEV ein Jahr den Strom – bis zu 3.000 kWh. Die Akzeptanz war groß: Rund 85 Prozent aller Käufer haben den kostenlosen Strom gerne mitgenommen.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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