Kia Sorento Plug-in-Hybrid (2021) Test

Wie sparsam fährt der Teilzeitstromer?

Kia Sorento Plug-in-Hybrid 2021 Foto: Kia 10 Bilder

Als Diesel hatte der Sorento seine Qualitäten bereits gezeigt. Jetzt tritt er mit dem 265 PS starken Plug-in-Hybridantrieb zum Test an. Kann auch er als Langstreckenauto überzeugen?

Bis zu sieben Sitze, hoher Fahrkomfort, eine gute Vernetzung und sieben Jahre Garantie: Ende 2020 trat der Kia Sorento als starke Konkurrenz zu Modellen wie Hyundai Santa Fe, Seat Tarraco oder Skoda Kodiaq an. Als Diesel legte er gleich im ersten Auftritt die Messlatte für die Konkurrenz hoch.

Jetzt steht der Plug-in-Hybride auf unserem Testwagenparkplatz. 4,81 Meter lang und samt Spiegel 2,17 Meter breit, ein echt wuchtiges Auto. Da sollte der Nachbar nicht zu dicht parken, sonst wird’s eng beim Einsteigen. Glücklicherweise schickt die Rückfahrkamera ein glasklares Bild auf den querformatigen Farbbildschirm, und mit Hilfe der Parksensoren tasten wir uns aus der Tiefgarage.

Kia Sorento Plug-in-Hybrid 2021 Foto: Kia
Modernes, aufgeräumtes Cockpit und großer Farbbildschirm. Die Navigation liefert Wetterdaten, Echtzeit-Verkehrsinfos und weitere Onlinedaten.

Wir wollen wissen, wie sich die 265 PS starke Kombination aus Benziner und E-Motor auf der Langstrecke schlägt. Fragt sich nur: Welchen Modus wählen? Eco, Sport oder Smart? Und dann gibt’s auch noch EV-, Hybrid und Automatikmodus. Etwas verwirrend. Den Schalter für Sand, Geröll und Schnee ignorieren wir, entscheiden uns für die smarte Motorsteuerung und schlängeln uns mit E-Antrieb aus dem Stuttgarter Talkessel hoch zur Autobahn. Von der Steigung lässt sich der E-Motor nicht beeindrucken, ebenso wenig von beherzteren Ampelstarts: 91 Elektro-PS genügen, um den gut 2,3 Tonnen schweren Wagen sanft in Fahrt zu bringen.

Das Zusammenspiel zwischen Benzin- und E-Motor klappt ausgesprochen gut. Dank des integrierten Elektromotors überträgt die Sechsstufen-Automatik die volle Leistung beider Aggregate parallel und ohne Energieverluste. So soll der Sorento bei jeder Geschwindigkeit zwar direkt auf die verfügbare Batterieleistung zugreifen. In der Praxis wirkt er aber nicht übermäßig spritzig und klingt bei höheren Drehzahlen etwas angestrengt.

Kia Sorento Plug-in-Hybrid 2021 Foto: Kia
LED-Scheinwerfer gibt es serienmäßig.

Trotzdem schnell einen Lkw überholen? Geht schon. Der Benziner schaltet sich blitzschnell zu und bei Vollgas schieben die 265 PS dann doch souverän an. Sobald man auf der Landstraße vom Gas geht, macht der Verbrenner wieder Pause. Ebenso im Stau oder beim Cruisen in der Stadt: Immer wieder rollt der Sorento kürzere Strecken elektrisch, selbst mit leergefahrener Batterie. Dabei hilft, dass der Kia gefühlt stärker rekuperiert als andere Plug-in-Hybriden. Nur beim Kickdown während des Ausrollens verheddert sich die Automatik. Dann legt sie eine halbe Gedenksekunde ein, um sich zu sortieren und den Wagen etwas ruckelig auf Touren zu bringen.

Beim Tankstopp nach 625 Kilometern die Überraschung: Trotz flotter Fahrt mit 140 und mehr Sachen laufen nur 47,5 Liter Sprit in den Tank, ein Schnitt von rund 7,6 Litern plus einer Akkuladung Strom. 13,8 kWh fasst die Batterie, damit kommt man rund 40 bis maximal 50 Kilometer weit. Unsere später mit leerer Batterie gefahrene, 200 Kilometer lange Normverbrauchsrunde bestätigt die Sparqualitäten des Kia: 7,1 Liter/100 km sind für ein Auto diese Größe mehr als passabel. So empfiehlt sich der Plug-in-Sorento als Geschäftswagen auch für Vielfahrer, die keinen Diesel mehr wollen. Zumal sich beide vom Preis nichts geben. Der Plug-in-Hybride kostet nach Abzug der Umweltprämie 39.700 Euro netto, in etwa so viel wie der Diesel.

Während die Plug-in-Modelle von VW, Skoda und Seat nur mit Frontantrieb zu bekommen sind, treibt der Sorento serienmäßig alle vier Räder an. Seine Batterie sitzt tief unter den Vordersitzen und auch die Kardanwelle schränkt den Innenraum nicht ein. So haben die Passagiere auf allen Plätzen jede Menge Raum für ihre Beine.

Außerdem punktet der SUV mit seinem variablen Innenraumkonzept. Beide Teile der Rückbank lassen sich einzeln verschieben, ihre Lehnen lassen sich in der Neigung verstellen und die Einzelsitze im Heck (832 Euro) elektrisch im Ladeboden versenken. Dort findet sich auch ein Fach fürs Ladekabel. Jede Menge USB-Anschlüsse, auch für die hinten Sitzenden, zeigen, dass sich die Entwickler Gedanken um die Alltagstauglichkeit machten. Im Heck sitzt eine 230-Volt-Haushaltssteckdose und die Dachreling wird ebenfalls serienmäßig geliefert. Außerdem gibt es genügend Ablagen.

Kia Sorento Plug-in-Hybrid 2021 Foto: Kia
Die Ladeleistung ist auf 3,3 kW begrenzt. Serienmäßig kommt er nur mit einem Ladekabel für Haushaltssteckdosen. Laden dauert gut vier Stunden.

Ist jedoch das Soundsystem von Bose mit den großen Lautsprechern verbaut (Serie ab zweitem Ausstattungsniveau), so lassen sich in den Türen keine Flaschen mehr unterbringen. Trotzdem ist die rund 43.000 Euro teure Ausstattung Spirit die beste Wahl. Sie erweitert das ohnehin gute Grundpaket samt Online-Navigation oder hellen Voll-LED-Scheinwerfern um sinnvolle Extras wie Ledersitze, dunklere Scheiben, elektrische Heckklappe oder die Ladeschale fürs Handy. Allerdings müssen auch Käufer der teureren Versionen damit leben, dass Kia nur ein Ladekabel mit Haushaltsstecker liefert und der Sorento selbst mit einem Typ-2-Kabel nur mit maximal 3,3 kW lädt.

Insgesamt legt auch der Plug-in-Hybride einen überzeugenden Auftritt hin. Nur das zu straff gedämpfte Fahrwerk und die übereifrigen Assistenten, die Fahrer und Passagiere mit ständigem Gepiepe nerven, trüben den guten Eindruck. Zumal der Spurhalter gerne Bodenrillen mit Leitlinien verwechselt und dann wild am Lenkrad zerrt. Leider fehlt ihm eine eigene Taste. Um ihn abzuschalten, muss man sich nach jedem Motorstart umständlich durchs Bordmenü klicken.

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