Park-Apps

Parkplätze finden und bezahlen

Immanuel Schneeberger Foto: Thomas Küppers

Park-Apps erleichtern die Parkplatzsuche. Das spart Zeit und erleichtert die Reisekostenabrechnung.

Parken in Metropolen ist lästig, nervig und teuer. Durchschnittlich acht bis zehn Minuten sucht ein Autofahrer in deutschen Großstädten, bis er sein Auto irgendwo unterbringen kann. Dabei legt er 4,5 Kilometer zurück und verursacht Fahrzeugkosten von 1,35 Euro sowie einen CO2-Ausstoß von 1,3 Kilogramm. Aufs Jahr hochgerechnet, verbringen Deutschlands Autofahrer laut dem Verband der Automobilindustrie (VDA) 560 Millionen Stunden mit Parkplatzsuche.

Parken wird zukünftig noch mehr ins Geld gehen. Der Deutsche Städtetag fordert, dass Kommunen Mautgebühren für den Individualverkehr in Citys erheben und bis zu 200 Euro für einen Anwohnerparkausweis verlangen dürfen. Ähnliches fordert selbst der VDA und favorisiert technische Lösungen für optimiertes Parkraummanagement. Beim autonomen Parken brauche das einzelne Auto weniger Platz, außerdem könnten vernetzte Fahrzeuge Informationen über freie Stellflächen sammeln und untereinander weitergeben. "Hierdurch kann der Parkplatzverkehr deutlich reduziert werden", formuliert ein VDA-Positionspapier.

Bis dahin dürften aber noch viele Jahre vergehen, denn die Mehrzahl der Autos ist nicht vernetzt. So lange kann aber jeder Autofahrer mithilfe des Smartphones freie Parkplätze finden und bezahlen. Allerdings können die Kontrolleure noch nicht in allen Städten erkennen, wer solche Apps benutzt, weshalb man dort eine entsprechende Vignette hinter der Scheibe platzieren muss. Trotzdem empfehlen sich die Apps besonders für alle, die viel mit dem Geschäftswagen unterwegs sind. Denn zum einen unterscheiden sie meist zwischen privaten und geschäftlichen Fahrten; zum anderen entfallen die lästigen Parkbelege bei der Reisekostenabrechnung. Speziell, wenn das Reisemanagement die Apps ins Abrechnungssystem integriert.

Vorreiter ist Park Now, ein Gemeinschaftsunternehmen von BMW und Daimler. Die App zeigt Stellplätze und wie viel sie kosten. Der Fahrer kann sich zur gewünschten Parkzone navigieren lassen, ohne allerdings sicherzugehen, dass es tatsächlich freie Plätze gibt. Steht der Wagen auf dem Parkplatz, tippt der Fahrer auf die App, und die Zeit läuft. Abgerechnet wird minutengenau, bezahlt wird am Monatsende via Pay­pal, Lastschrift, Kreditkarte oder Mobilfunkrechnung. Im Parkhaus ersetzt die App das Ticket und erspart das lästige Anstehen am Kassenautomaten, denn die Technik erkennt, wann ein Wagen ein- und ausfährt.

Park Now bietet als einzige App eine digitale Komplettlösung fürs Parken am Straßenrand und im Parkhaus, allerdings nur in Deutschland und Österreich. Über 200 Städte haben ihre Parkplätze über die App freigeschaltet. Park Now lässt sich in alle BMW-Modelle mit Connected Drive und dem Navisystem Professional ab Baujahr 2017 integrieren.

Eine Alternative heißt Easypark. Das vor zehn Jahren in Schweden gegründete und mit dem German Innovation Award ausgezeichnete Unternehmen

findet Parkplätze in 36 Städten, darunter Berlin, Köln, Hamburg, Frankfurt, Hannover und Dortmund. Weitere sollen folgen. Die App reduziere die Parksuchzeit um rund 50 Prozent, verspricht Managing Director Nico Schlegel. Bezahlen können Autofahrer schon in 1.300 europäischen beziehungsweise 200 deutschen Städten. Der Clou: Als einzige App funktioniert Easypark in 13 Ländern Europas.

Nach eigenen Aussagen zählen Tausende Unternehmen zu den Kunden, die Parkgebühren ihrer Pkw- oder Lkw-Flotten über die App abrechnen. Fahrer von Elektroautos sollen zudem in diesem Jahr an 85 Prozent aller Ladesäulen Strom bargeldlos bezahlen können. Außerdem ist der Parkservice des schwedischen Unternehmens derzeit als einziger direkt in Autos eingebaut. Vorerst bei Volvo, ab diesem Jahr auch in Mercedes-Fahrzeugen mit MBUX-System. Das lästige Fummeln mit der App entfällt, bezahlt wird über die im Auto hinterlegten Bankdaten.

Park and Joy wurde von der Telekom und der Stadt Bonn entwickelt. Freie Parkplätze findet die App über Sensoren in den Straßen. Allerdings lotst sie den Autofahrer nicht zu einem konkreten Stellplatz, sondern zu dem Straßenzug in der Nähe mit den meisten freien Parkplätzen. Auch bei Park and Joy wird das Ticket per Handy gebucht, minutengenau, und kann jederzeit verkürzt oder verlängert werden.

Rund 100 Städte arbeiten mit Park and Joy

Die Funktion "Parkhaus finden" funktioniert jedoch vorerst nur in einem guten Dutzend, darunter Berlin, Hamburg und München. Zusätzlich zu Informationen zum Standort, zu Gebühren, Öffnungszeiten und Einfahrtshöhe sollen Autofahrer demnächst auch kontaktlos in rund 200 Apcoa-Parkhäusern ein- und ausfahren können.

Ein weiterer Smart-Parking-Wettbewerber ist Pay By Phone. 2019 hat Volkswagen Financial Services mehrere Aktivitäten unter dieser Marke gebündelt. Man wolle "global der größte Anbieter im Bereich Smart Parking werden", gibt Mobility-Leiter Gerhard Künne das ehrgeizige Ziel vor. In 270 Städten deutschlandweit lassen sich mit der kostenlosen App Parkplätze finden – inklusive Informationen zur genauen Adresse, Parkzone, zu Öffnungszeiten und Gebühren. Dabei wählt der Fahrer, ob er Stellplätze mit Parkscheibe, kostenpflichtige Parkplätze und/oder Parkhäuser sehen möchte. Praktisch: Läuft die Parkzeit ab, wird der Fahrer erinnert und kann sie mit einem Klick verlängern. Geschäftskunden bekommen je nach Flottengröße vergünstigte Tarife und können über ein Webportal alle Parkvorgänge verwalten sowie Nutzer anlegen und pflegen.

Bereits seit 2007 ist das britische Unternehmen Parkopedia aktiv. Dessen App listet mehr als 70 Millionen Parkplätze in weltweit 89 Ländern auf. Die App ruft aktuelle Daten vom gewünschten Ort ab und zeigt nach Preisen gestaffelte Parkmöglichkeiten, außerdem Entfernung, Öffnungszeiten und Zahlungsmöglichkeiten. Auch private Anbieter können Stellplätze eintragen, ihren Tiefgaragenplatz bei­spielsweise. Bezahlen kann man mit Parkopedia aber nicht.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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